GENERATION Y

Eine Tatsache so langweilig wie das Instagram Profil deines Hundes

Generation Y- why? – ja warum eigentlich?

Ich bin Lara. Ich bin die Generation Y. Vermutlich gehört ihr auch dazu. Wir nennen uns auch die Millenials. Was uns besonders macht? Nun zunächst mal die Tatsache, dass so ungefähr jeder, der schreibt, schon über diese tolle Generation Y geschrieben hat. Ob wir alle Egozentriker sind? Ja, sind wir. Egozentriker.

Über unsere Generation gibt es tausende von Artikeln, Talkshows, ja für uns werden ganze Kampagnen erstellt. Millenials bedeutet, dass wir etwa alle um die Zweitausenderwende volljährig geworden sind. Eine Generation bedeutet, eine Gruppe von Menschen, die etwa im gleichen Jahr oder Jahrzehnt geboren wurden. Wir sind also die Jahrtausender.

Wir sind so toll, dass wir Meinungsforschungsinstitute und Titelseiten beschäftigen. Wir die Hipsterbrillen tragende Generation Y. Wir sind die Ego-Shooter, Facebook- und Youtubestars. Läuft bei uns. Gefällt mir. Wir machen 22 % der Gesamtbevölkerung aus. Egozentriker.

 

Der Mensch hat gelernt, Erwartungen und Forderungen zu übernehmen. Dabei richtet er sich nach den Reaktionen anderer, was dazu führt, dass er selbst nicht mehr weiß, was er will und was nicht. Wir lassen uns von unserer Welt beeinflussen und können am Ende nicht mehr selbst bestimmen was uns beeinflusst oder nicht. Dabei verlieren wir den Halt und den Bezug zu der Realität. Wir, die Generation Y, scheint geprägt von ablenkender Reizüberflutung. Immer auf der Flucht vor sich selbst. Auf der Flucht vor der Selbsterkenntnis. Wir werden gelebt. Denkt man einmal an Social Media, oder an den meiner Meinung nach ziemlich befremdlichen Begriff „Influencer“. Was soll das? Wieso gibt es eine ganze Berufssparte, die dazu da ist, auf mein Leben Einfluss zu nehmen? Meinungsmacher. Egozentriker.

 

Ich hätte gerne auch eine Meinung, aber muss ich dafür erst Influencer werden?

In einem Punkt gebe ich meiner wundervollen Generation Y wirklich recht, wir hinterfragen viel. Doch wieso wird das Hinterfragen von Dingen als so schlecht dargestellt? Ist meine Art zu hinterfragen vielleicht eine andere, als die der anderen? Egozentriker.

 

Wir haben gelernt Multi-Tasking in allen unseren Lebensbereichen zu betreiben, aber in diesem essenziellen Lebensbereich klappt es nicht. Wir können uns nicht mehr gleichzeitig als Individuum deklarieren und uns auf der anderen Seite alle 5 min Tag ein Tag aus auf Instagram und Co von der Außenwelt beeinflussen lassen. Wir werden zu Spezialisten ausgebildet, die ihre Gefühle und Emotionen stets unterdrücken können. Bloß keine Gefühle zu lassen. Gefühle sind „lame“. Keiner will die Wahrheit wissen. Keiner interessiert sich dafür. Egozentriker.

 

Wir sind dabei zu ersticken an unseren unterdrückten Gefühlen und Emotionen und merken es nicht einmal. Wir ersticken uns selbst, in dem wir immer wieder Instagram aufmachen und die „perfekte“ Welt der anderen Menschen da draußen sehen. Wieso haben wir nicht so eine perfekte Welt? Sind wir nicht gut genug? Egozentriker.

 

Wir kommen auf die Welt und uns wird der Arsch gepudert. Wir haben heute nichts mehr wozu es sich zu kämpfen lohnt. Wir können nicht mehr behaupten, dass wir Nachkriegskinder sind. Also was behaupten wir dann? Behaupten wir eigentlich? Nein das machen schon die anderen. Die Medien behaupten, wir wären das. Wir können ja auch gar nichts dazu, die Welt ist halt unfair. Hauptsache kein Hartz 4, der Rest ist doch eh egal. Egozentriker.

 

Träume? Was für Träume? Wir sollten sie lieber klein halten, damit wir sie auch bloß erreichen. Wie stünden wir denn am Ende da, wenn wir unsere Träume nicht erzielen? Wir jagen keinen Träumen hinterher. Wir jagen Pokémon! Ja, wir rennen mit verschlossenen Augen durch die Welt und starren auf unser Handy. Egozentriker.

 

Es heißt unsere Generation Y ist positiv. Leuchtende Kometen. Früher gab es Opium, heute Optimismus. Wir sind die Generation, die den Personalmangel ausnutzt. Nein, wir nutzen gleich die ganze Demographische Alterung aus. Jeder sagt uns, dass unsere Generation so unglaublich intellektuell ist. Doch sind wir wirklich so geil? Geben die uns nicht einfach nur den blöden Job, weil es doch eh keinen anderen gibt, der den macht? Ich meine, wenn die Alten da oben am Ende der Nahrungskette immer mehr werden und wir immer weniger, ist doch logisch, dass wir den Job bekommen oder nicht? Egozentriker.

 

Ich gehöre zur Generation Y. Ich hinterfrage gerne. Also wie kann es sein, dass trotz unseres ganzen Optimismus jeder fünfte von uns Depressionen hat? Sind wir solche Weicheier? Sind wir vielleicht nicht doch einfach nur die Opfer hier, in der Gesellschaft? Die kleinen Y´s die ständig irgendwelchen Moden und dem Zeitgeist hinterherjagen, als wären wir Rattenfänger. Jagen wir vielleicht einfach nur Ratten auf einem sinkenden Schiff hinterher? Opfer von Suggestionen und Verheißungen. Egozentriker.

 

Was würden wir nur in einer Welt ohne Luxus und Ablenkung machen? Wir könnten nicht Wir sein ohne den ganzen Konsum. Dann müssten wir am Ende noch wir selbst sein und wer will das schon? In unserer Welt gibt es keine Kritik. Zumindest nicht gegen uns. Wir dürfen sie an andere verteilen, vorausgesetzt wir tun das über das Netz. Das ist schon ok. Da stecken wir hinter unseren erbärmlichen viereckigen Laptops. Uns wehren, die Welt verändern? Nein danke. Leben und leben lassen. Egozentriker.

 

Die Generation Y ist immun gegen schlechte Nachrichten. Betrifft unser kleines Leben nicht? Gut, dann ist es vermutlich auch nicht weiter schlimm. Nur wenn etwas Katastrophales passiert, was die ganze Welt bewegt, dann werden wir hellhörig. Solidarität ist doch ein schönes Wort. Ja warum sollten wir uns eigentlich nicht auch solidarisch zeigen, die Influencer tun es schließlich auch. Anschlag in Paris. Solidarität. Ganze 3 Anschläge in London. Langweilig. Was haben wir damit zu tun? Wir haben uns ja schon das eine Mal solidarisch gezeigt, als der Anschlag auf Charlie Hebdo passierte. Reicht doch. Sonst wird noch unser Feed kaputt gemacht. Egozentriker.

 

Die Generation Y, also wir, machen das übrigens auch mit Freunden so. Da ist ein Freund, der tiefe Einblicke in sein eigenes Seelenleben teilt. Nein, diesmal nicht auf Facebook oder Twitter, so etwas machen wir nicht. Es sei denn, wir wollen etwas so Intimes wissen, dass wir es anonym auf einem Internetportal erfragen müssen. Etwa wie: Darf man zu einer Frau nach dem Sex „Gern geschehen“ sagen? ANONYM BY Yahoo Answers. Seelenleben auskotzen. Über Gefühle sprechen, vermeintlich etwas, das besonders Männer schon lange vor unserer Generation verlernt haben. Doch mittlerweile tun wir das alle. Offenbaren wir uns jemandem anderen, zeigen wir damit schwäche. Egozentriker

 

Unsere Generation Y geht sogar soweit, dass wir Leute, die uns zu sehr mit ihren Problemen belasten einfach ignorieren und hoffen, dass sie sich den nächsten Deppen anvertrauen. Schlechte Nachrichten. Wollen wir nicht. Wir machen das mit uns selbst aus. Und nutzen diese aus, die uns Schwäche zeigen. Egozentriker.

 

Generation Y kann jetzt sogar problemlos die Liebe wegwischen. „Any swipe can change your life“ by Tinder. Wisch nach links und es ist ein Match. So entsteht eine neue Liebe. Zumindest versuchen wir uns, das einzureden, und wenn es dann doch nach einem one-night-stand vorbei ist, dann war es halt nicht die eine Liebe. Die Millenials suchen im digitalem Netz nach der analogen Liebe. Gefällt uns der Mensch nicht, dann swipen wir eben nach rechts und die Suche beginnt von vorne. In den Medien heißt es liebesunfähige Generation. Aber seien wir doch mal ehrlich. Es war noch nie so einfach jmd. zu finden und wieder zu verlieren. Unsere Generation konsumiert alles. Auch die Liebe. Egozentriker.

 

Digitales Leben. Ja, wir machen alles nur noch digital. Wir sind faul und halt eben einfach so aufgewachsen. Wir können schließlich nichts dazu. Netflix und die Influencer haben uns gesagt, dass wir uns jetzt vegan ernähren sollen. Das ist am gesündesten für die Menschheit und die Umwelt. Fraglich, wie die Menschen es überhaupt so weit geschafft haben, ganz ohne sich vegan zu ernähren. Essen bestellt per Amazon und schon sind wir gesund. Ja und den Verpackungsmüll recyceln wir anschließend auch. Hashtag pro Umwelt. Hashtag Healthylife. Egozentriker.

 

Früher gab es Dichter und Denker, heute sind es Kiffer und Kokser und wir werden immer kränker. Wir machen uns selbst und unsere Umwelt kaputt, weil es das einfachste ist. Vor der Realität flüchten, das können wir. Egal ob mit Drogen, oder mit dem bloßen sinnlosen Konsum von Gegenständen. Wir sind solche Egozenten, dass wir in Groupchats feige über andere Menschen urteilen und lästern. Die Fehler der anderen helfen uns, uns von unseren

Eigenen abzulenken. Unsere persönlichen Störungen lassen uns die Fehler der anderen erkennen. Verhaltensforscher wissen heute, dass die visuelle Wahrnehmung in Einklang gebracht werden kann mit der allgemeinen Meinung. Sehen wir einen Fehler, nehmen wir diesen nicht wahr, wenn wir uns in einer Gruppe von Menschen befinden, die diesen Fehler für richtig halten. Wir sind Mitläufer. Egozentriker.

 

Familienväter werden zu Hausfrauen. Frauen werden zu Managern. Dennoch wollen wir an alten Konventionen festhalten. Wir wollen alles in Perfektion gestalten, ohne dabei Fehler zu machen. Wir machen keine Fehler mehr. Fehler sind out. Wir verstecken uns hinter dem Zeitgeist der Gesellschaft. Wir verstecken uns davor unsere Meinung offen zu sagen. Helfen wir uns nicht gegenseitig dabei unser Ego zu stärken, dann sind die anderen Menschen „falsch“. Anbiedernd, abgehoben, abgestumpft, beeinflussbar, Wir können unser Ego nur in dem Moment nähren, wenn wir auch Komplimente erhalten. Dabei passen wir uns der Gesellschaft an. Genau das macht es so einfach für die Marktwirtschaft. Hätten wir nicht ständig hungernde Gelüste mach mehr. Hätten wir nicht das Gefühl ständig unvollkommen zu sein, so könnte kaum eine Marktwirtschaft mir der Größe der Diesigen existieren. Wieso das so ist? Weil wir habgierig sind. Weil es vermutlich weniger mit der Generation zu tun hat, sondern mit der Menschheit. Wir haben uns unseren eigenen Normen und Werten entzogen. Egozentriker.

 

 

Was genau ist eigentlich mit unserer eigenen Identität? Haben wir keine nur, weil wir einer Generation angehören? Wie viele sind wir? Und wer bin dann ich? Wie viele bin ich?

Fragen eines Egozentrikers.

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