Angst

Und schon wieder wurde von irgendwem der Lichtschalter einfach angemacht. Der Schalter wurde umgedreht. Mein altes Ich hat mich nur nach wenigen Tagen der bescheuerten, utopischen Vorstellung ein neues Jahr zu beginnen, wieder zurück. Ich dachte ich wäre der Möglichkeit ein neues Leben anzufangen an jenem Tag eines neuen Jahres positiv besonnen. Ja ganz ehrlich wer ist noch nicht in die Versuchung gekommen. Doch die Leere, die Unfähigkeit das positive zu sehen, hat mich wieder einmal eingeholt. Und wieder einmal mehr fühle ich mich als Versager. Unfähig die Fähigkeit von Glück zu spüren. Unfähig Gefallen daran zu finden, was die Menschen von heute so unter Glück verstehen.

Vielleicht war mein Glück auch damit ausgeschöpft, dass ich aus gutem Elternhaus komme, eine schöne Kindheit hatte und es mir auch heute an nichts fehlt. Außer eben an einer wagen Vorstellung davon was das Leben ist. Und wieder verbringe ich Zeit damit an der Zigarette zu ziehen, die ich bis vor kurzem, doch noch so abgeschworen hatte. Ist meine Depression zurück? Keine Ahnung. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob diese Krankheit nicht einfach nur von der Pharmaindustrie erfunden wurde. Mal ganz ehrlich, wer ist denn bitte nicht mal unzufrieden mit seinem Leben? Wer ertappt sich nicht hin und wieder dabei sich als Versager zu definieren. Das Leben ist nicht vorherbestimmt und eben genau das macht das Leben aus. Wir haben keine Ahnung was als nächstes kommt. Ich habe mittlerweile eine recht gute Intuition aufgebaut, die mir dabei hilft Gleichgesinnte zu erkennen. Doch es ist kein Kunststück, es ist vielmehr ein bloßer Blick in die Augen eines Menschen. In die ganz unverblümten Augen Jener, die für kurze Augenblicke die Maskerade der Gesellschaft vergessen. Doch wie sehr ergreift einen dann doch die Sehnsucht des Lebens. Die Sehnsucht nach Verständnis und nach Liebe. Wahre Liebe. Nackte Liebe. Heute ist jeder damit beschäftigt „Glück“ zu finden. Doch meiner Meinung nach ist „Glück“ nur ein neues Phänomen der Sinngebung des Lebens. Wir erinnern uns: Die Menschheit hat es bis Dato mit Gott, Buddha, Allah oder wem auch immer versucht. Heute versuchen wir es mit dem Konsum. Für viele Schafe klappt es. Für manche nicht. Manche gehen mit weißen, wehenden Fahnen zu Grunde. Manche ertrinken an Alkoholismus.

Meine Augen sind in jenen Tagen verblasst. Manch einer könnte glauben ich sei eine blinde Frau, wenn man in die Tiefe meiner Augen blickt. Ich möchte schreien, möchte mein Leben in meinen Augen wieder finden. Ich möchte so gerne voller Wut in mein Spiegelbild schlagen um diejenige, die ich dort sehe wieder aufzuwecken. Doch was nützt es einen Toten zu schlagen. Ich will mich eigentlich gar nicht so ernst nehmen. Ich weiß, dass es so viel mehr Leid auf der Welt gibt. So viel bedeutenderes als mich. Doch ich bin nun mal hier auf der Welt. Zumindest Augenscheinlich. So oft fehlt mir das Verständnis für Menschen, die einfach nur existieren. Die einfach nur die Dinge so hinnehmen, wie sie sind. Sich wie Staub einsaugen lassen von der Gesellschaft. Keine Fragen stellen. Aufgeben, noch bevor sie verstanden haben. Doch was gibt es zu verstehen?

Ich habe in den letzten Tagen verstanden, dass es oft um Angst geht. Angst war schon immer das Mittel zu einem Autoritäts-Problem. Damit meine ich nicht einer Autorität zu trotzen, sondern das Gegenteil. Einer Autorität Folge zu leisten. Eine Autorität über sein eigenes Leben bestimmen zu lassen. Wie weit das geht verstehe ich natürlich nicht. Ich verstehe sehr wenig. Als kleiner, einsamer Mensch auf diesem Planeten erlerne ich gerade einmal das Krabbeln. Doch auch, wenn man krabbelt, sieht man etwas. Vielleicht muss man wirklich erst einmal den Abgrund öfters inspizieren. Ich bin zu gelangweilt von der Vorstellung mein Studium in Kürze zu beenden, danach vielleicht ein – zwei Jahre das zu tun wovon so viele „echte“ Erwachsene sprechen und mich ein letztes Mal frei fühlen zu dürfen. Ja. Vielleicht spricht auch hier die Angst aus mir heraus. Angst davor Verantwortung zu zeigen. Doch was für ein trügerischer Schluss. Was wäre wenn mein Schluss dazu führt, dass ich es einfach nicht akzeptieren möchte die Gepflogenheiten der Gesellschaft zu befolgen. Ich hatte schon immer ein Problem mit Autoritäten. Sei es meine Eltern gewesen, oder die Menschen in der Schule, die sich Lehrer oder Schuldirektoren taufen. Sie alle haben doch verlernt, die Menschen so zu nehmen wie sind. Doch wie sollten sie auch anders. Sie haben es selbst nicht anders gelernt. Ich schweife ab. Ich hab vergessen was die Pointe an der Geschichte ist, aber vielleicht ergibt sie sich auch ganz von selbst. Es ist das Zweifeln. Das Zweifeln darüber, dass die Angst wirklich so dominierend über unser Leben ist, wie sie scheint.

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