Der Mond

Der Mond hat eine besondere Wirkung auf Menschen. Manche werden dadurch aggressiv, können nicht schlafen, oder mutieren zu Werwölfen. Ganz gleich was es ist, der Vollmond löst diese Eigenschaften noch viel mehr in einem Menschen aus

Mich persönlich erinnert er mich immer an etwas Mächtiges und Düsteres. Er hat eine unglaubliche Macht, wie er da oben am Himmel scheint und selbst die dunkelsten Wolken durchbricht. Er ist auf der einen Seite so düster und dunkel und auf der anderen so faszinierend und hell. Doch ist es nicht er selbst, der diese unglaubliche Kraft aufbringt zum Strahlen, es ist die Sonne die das für ihn tut. Ziemlich heimtückisch, doch erinnert er mich trotzdem an die Menschen. Oder sollte ich vielleicht sagen gerade deshalb. Es ist nicht sein Licht was dort oben am Himmel so wunderbar schön glänzt. Er nutzt es von der Sonne, von anderen abgekupfert. Nicht er selbst kann entscheiden wann er leuchtet und in welchem Ausmaße. Er ist eine bloße Marionette und lässt uns Menschen glauben er wäre so perfekt.

Der Mond erinnert mich an mich selbst und unser System. All das an was wir glauben sollen, wird uns in irgendeiner Form vorgeben. Machen wir etwas was gut ist und irgendwie in der Gesellschaft akzeptiert scheint, so ist es uns erlaubt zu glänzen. Wir arbeiten hart dafür, dass unsere Schattenseite niemals zum Ausdruck kommt. Genau wie beim Mond.

Wir wollen glänzen und uns präsentieren, denn selten fragt man sich wo der Mond ist, wenn er nicht hoch am Himmel leuchtet. Man stellt immer nur fest, wenn er da ist. Und wie das mit den Dingen so ist, die leuchten, oder es zumindest scheinbar tun, manchmal sind sie erwünscht und manchmal eben nicht. Die Menschen sind oftmals genervt von dem Mond, denn er ist zu hell, stimmt sie komisch, oder was auch immer. Nur am Strand, oder wenn es besonders romantisch sein soll, da ist der Mond gewünscht. Wie in einem Drehbuch. Passt der Mond eben nicht in das Drehbuch, so ist er halt nicht erwünscht.

Genau so passiert das auch mit den Menschen. Ist der Mensch an jenem Ort nicht erwünscht, weil er gerade vielleicht heller leuchtet als ihm sein gegenüber, kann es ihm so ergehen wie dem Mond. Ist der Mensch vielleicht so dunkel wie die hintere Seite des Mondes, so ist er ebenso nicht erwünscht.

Was ich damit sagen möchte ist, dass wir uns vielleicht weniger Gedanken darum machen sollten, wie und wann wir leuchten und wann wir unsere Schattenseiten zeigen dürfen, wir sollten es einfach tun. So wie es der Mond jede Nacht macht. Er ist zwar nicht immer zu sehen, aber er ist Tag für Tag da. Vielleicht leuchtet er auch nicht aus eigener Kraft, weil es eben höhere Instanzen als ihn gibt, aber er kommt immer wieder. Er trägt seine Schattenseiten und seine Mondkrater ebenso mit Würde, wenn er weg ist, als wie wenn er scheint. Es spielt keine Rolle für ihn wer ihm dabei zuschaut, wen er stört, oder wen er erfreut. Wir sollten uns alle ein Beispiel an ihm nehmen.

Und ganz gleich, ob ihr den Mond nun mögt oder nicht, stellt euch immer vor wie klein und irrelevant ihr gegenüber dem Mond seid. Aus seiner Sicht sind wir nicht einmal zu sehen, weil wir so klein sind. Er hat schon Milliarden Menschen gesehen und hat dabei ganz unterschiedliche Rollen für sie gespielt.

Ich denke wir sollten die Dinge mehr wertschätzen und sie nicht als selbstverständlich, geschweige denn gar als störend ansehen. Wenn einer von uns stört, oder gestört ist dann wir Menschen.

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