Die Rennstrecke

Ich habe Sehnsucht nach dem Leben. Ich habe mich irgendwo verlaufen. Ich habe auf der Strecke aufgehört, auf mich zu hören. Ich bin dem Strom gefolgt, weil ich glaubte, dass dies auch mein Weg sei. Ich habe gedacht wir würden ein rennen machen. Bei einem Rennen hat jeder das gleiche Ziel. Doch diese Einschätzung war weit gefehlt. Es war kein rennen. Es war das Leben. Zu meinen Gunsten ist es auch noch lange nicht vorbei.

Es ist doch komisch, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit so viele gemeinsame Interessen haben. Nur im Detail differenzieren wir uns oft. Aus lauter Sorge etwas falsch zu machen, etwas zu tun was der Gesellschaft nicht gefallen könnte, verändern wir uns. Wir passen uns an und leben ein Leben für andere. Unsere innere Stimme und damit unser derzeitig größter Kritiker kommt in Schwung, denn wir müssen immer besser und anpassungsfähiger werden.

Wir bemühen uns und wollen uns anpassen, doch scheitern immer wieder. Tief im Herzen wünschen wir uns etwas anderes. Wir wollen unseren Träumen und Sehnsüchten nachgehen, doch leider ist unser Selbstwert geschädigt. Wir sind so lange Normen und Werten hinterhergelaufen, welche eigentlich gar nicht in unser Leben passen. Haben versucht uns einzureden, dass wir schon irgendwie auf dem richtigen Weg sein müssen, denn alle anderen sind schließlich auf demselben.

Doch da ist ein ganz entscheidender und großer Fehler im System: Wir sind und werden partout nicht glücklich.

Unsere Innere Stimme ist ständig unzufrieden und nörgelt an uns rum und das vollkommen zu Recht, denn wir machen nicht das was wir wollen. Wir folgen nicht unserer Bestimmung. Wie soll unsere innere Stimme jemals Ruhe finden, wenn es doch einfach nicht das richtige ist. Wieso sollte uns unsere innere Stimme dabei unterstützen in unser Verderben zu rennen, oder uns dabei helfen ein Leben zu führen, was wir gar nicht führen wollen? Das macht keinen Sinn.

Am besten betrachtet man die Situation nochmal von vorne. Wir sind in keinem Rennen und es existiert keine fest vorgeschriebene Rennstrecke, zumindest nicht für das Leben. Wir haben auf der Strecke viel an Selbstwert liegen lassen. Dieser muss erst einmal wieder aufgebaut werden, damit wir in Ruhe herausfinden können, was eben unsere Bestimmung ist und unsere innere Stimme uns nicht wieder in eine andere Richtung lenkt.

Sind wir erst einmal an dem Punkt angekommen, wo wir langsam unseren eigenen Weg einschlagen, so wird auch unsere innere Stimme immer ruhiger. Sie kann nicht mehr mit uns meckern, da wir das tun was eben für uns und unser Leben richtig ist und damit auch für unsere innere Stimme.

„Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen.“ – Paul Watzlawick

 

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